Notfallseelsorge - Erste Hilfe für die Seele

Notfallseelsorge ist ...

"... ein ökumenisches Angebot der Kirchen. Als „Erste Hilfe für die Seele“ ist sie eine akute, zeitlich begrenzte Hilfe für Menschen in besonderen Krisensituationen. Sie wendet sich primär an die von einer Krise direkt Betroffenen und ihre Angehörigen, unabhängig von ihrer Religion und Weltanschauung. Darüber hinaus bietet die Notfallseelsorge an verschiedenen Orten in eigenständigen Strukturen Hilfen für Einsatzkräfte für besonders schwere und belastende Einsätze an (Prävention, Einsatzkräfte-Nachsorge).

Notfallseelsorge geschieht in enger Partnerschaft mit Rettungsdiensten, Feuerwehr und Polizei und ergänzt deren Einsatz mit einem von ihr eigenverantwortlich gestalteten seelsorglichen Angebot. Sie ist auf die enge zeitliche und räumliche Nähe zum Krisenereignis begrenzt und leitet von dort über auf die seelsorglichen Angebote der Kirchen- bzw. Pfarrgemeinden und kirchlichen Einrichtungen sowie auf die beratenden und therapeutischen Angebote psychologischer und sozialer Einrichtungen. Sie trägt Sorge dafür, dass den Betroffenen und Angehörigen auf Wunsch Seelsorgerinnen und Seelsorger ihrer jeweiligen Konfession zur Verfügung stehen. Ferner vermittelt sie auf Wunsch an Helferinnen und Helfer anderer Religionen.

Menschen in Notsituationen zu helfen und beizustehen gehört grundsätzlich zum Selbstverständnis und zum Dienst aller Seelsorgerinnen und Seelsorger. Die Notfallseelsorge stellt die Erreichbarkeit und Verfügbarkeit von Seelsorgerinnen und Seelsorgern sicher. Die in der Notfallseelsorge Tätigen entlasten die örtliche Seelsorge, sind aber umgekehrt auf die solidarische Unterstützung der Seelsorgerinnen und Seelsorger in den Kirchen- bzw. Pfarrgemeinden und kirchlichen Einrichtungen angewiesen."

Zitiert aus "Notfallseelsorge. Gemeinsame Konzeption der Diözese Rottenburg-Stuttgart, der Erzdiözese Freiburg, der Evangelischen Landeskirche in Baden und der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, 2009", Seite 5.